Weisse Wanne in Deutschland

Weisse Wanne in Deutschland

Die Regelwerke für Weisse Wannen in Deutschland sind insbesondere DIN 1045-1, DIN 1045-2 / DIN EN 206-1 und DAfStb-Richtlinie „Wasserundurchlässige Bauwerke aus Beton“, auch WU-Richtlinie genannt.

  Weisse Wannen sind in Deutschland damit nur teilweise reglementiert. Sie erfordern eine präzise Planung und Ausführung in allen Details. Denn Probleme bei Weissen Wannen entstehen häufig nicht beim Beton sondern bei Fugen und Durchdringungen. „Beton ist „immer dicht“ zwischen den Rissen“ (Prof. Glatzl).   Nur durch umfassende Planung und Überwachung der Abdichtungsarbeiten sind die Vorteile der Weissen Wanne gegenüber anderen Abdichtungsmethoden sicher zu realisieren, ohne Haftungsrisiken für die beteiligten Planer hervorzurufen.   Bei der Planung der Weissen Wanne sind insbesondere folgende Elemente zu berücksichtigen:

  • Baustoff Beton: zu wählen ist ein Beton mit hohem Wassereindringwiderstand.
  • Zwangsspannungen im Beton: Aussagen zur Rissentwicklung und Bewehrungsführung. Die Optimierung der Betonkonstruktion zur Vermeidung von Zwängen unter anderem auch durch die Planung von
  • Fugen und Sollrissstellen: inkl. entsprechender Fugenabdichtung.
  • Durchdrinungsabdichtung: Wahl geeigneter Produkte zur Abdichtung von Durchdringungen wie Leitungen, Kanalisation, Schalungsbindeelemente, etc.
  • Bauausführung: Kontrolle der Betonierarbeiten, Nachbehandlung, Einhalten der Ausschalfristen
  • Sanierbarkeit: Die Bereiche der Weissen Wanne sollten für eine spätere Sanierungsmassnahme zugänglich bleiben. Die muss bei der Planung berücksichtigt werden.
  • Bauphysik: Insbesondere Wärmedämmung zur Vermeidung von Kondensat, Wärmebrücken, etc.

 

Allgemeines zur WU-Richtlinien in Deutschland

Unterschieden wird in Nutzungs- und Beanspruchungsklassen. Wobei Nutzungsklasse A, Beanspruchungsklasse 1 die Kombination mit den höchsten Anforderungen darstellt. Es ist anzumerken, dass der DBV zB in Heft 28, 2013 bereits präzisere Unterscheidungen trifft und die Nutzungsklasse A in 4 Unterklassen unterteilt.   Planung: Die Ausführung von WU-Bauteilen ist als Ortbetonbauteil, Fertigteilelement und Dreifachwand umsetzbar, wobei sich je nach Art Vor- und Nachteile ergeben und andere Betoniervorgaben zu berücksichtigen sind.   Entwurfsgrundsätze von Weissen Wannen: Die WU-Richtlinie unterscheidet 3 Planungsgrundsätze:

  • Bauweise mit vermindertem Zwang (keine unkontrollierten Risse).
  • Bauweise mit beschränkter Rissbildung (Begrenzung der Rissbreite durch entsprechende Bewehrungsführung).
  • Bauweise mit zugelassenen Trennrissen (Risse werden planmäßig verpresst).

  Als wirtschaftlich sinnvollster Entwurfsgrundsatz erscheint jener mit zugelassenen Trennrissen, wenn diese planmässig verpresst werden. Der Bewehrungsanteil ist moderat. Allerdings muss die Zugänglichkeit zu den WU-Bauteilen gewährleistet sein. Die ist auch der Grundsatz, den ZEMENTOL seit über 60 Jahren verfolgt.